The Ring of Kerry
Die "Iverah Peninsula" hat eine wunderschöne Rundum-Strecke, den so genannten "Ring of Kerry". Man kann ihn an einem Tag umfahren, sollte sich jedoch mindestens 2 Tage Zeit nehmen, denn die kleinen Schätze liegen teilweise im Verborgenen oder just hinter der nächsten Kurve und sind nicht ausgeschildert.
Ich begann meine Tour in Killarney, das ist wohl in der Region "die" Stadt, von der aus viele Touren beginnen. Ich fuhr die Strecke nicht gegen, sondern mit dem Uhrzeigersinn, d.h. man musste bis nach Kenmare fahren und durfte dort nicht die Abzweigung zum Ring of Kerry verpassen. Ich habe zwar einen recht guten Orientierungssinn, bin aber trotzdem zweimal an der Einfahrt vorbeigefahren. Da dachte ich schon, ich hätte besser gegen den Uhrzeigersinn fahren sollen, denn so ist der Ring of Kerry eigentlich ausgeschildert. Nun ja...
Auf dem Weg von Killarney nach Kenmare passiert man den "Ladies View", einen wunderbaren Aussichtspunkt auf Berge, Täler und Seen. Ganz in der Nähe grüßt, wie vielerorts, eine Ruine...
... und ein paar Kilometer weiter ein ausgebranntes Autowrack, wahrscheinlich ein Opel... ob man bei beiden Ruinen mit etwas Farbe wieder was hinkriegt, wage ich zu bezweifeln...
Die ersten paar Kilometer nach der Abzweigung in Kenmare sind jedoch recht unspektakulär, vielleicht hatte man auch deswegen den Ring of Kerry bewußt andersrum ausgerichtet?! Ich wollte es herausfinden. Der erste Ort, der die Rundfahrt dann auch langsam interessant werden ließ, hieß "Sneem", der Ort selbst ist auf den Tourismus eingestellt, das tut dem Charme des Ortes jedoch keinen Abbruch...
Neben den üblichen Woll-Klamotten und Souvenir-Shops gibt es auch noch einen CD-Laden mit irischer Musik und zahlreiche Restaurants. Die Brücke, die über diesen Fluß führt, hat für Fußgänger eine Besonderheit; während man sie von der einen Seite normal betreten kann, hat sie am anderen Ende nur einen ganz schmalen Spalt in den Begrenzungen, durch die nur schlanke Menschen kommen, Rollstühle und Kinderwagen etc müssen dann doch wieder auf die einspurige Brücke ausweichen, Schilda ist überall!
Sofern man jedoch kein Frankreich-Kenner oder Fan von Staatspräsident Charles de Gaulle ist, wundert einen jedoch ein ihm gewidmetes Denkmal, dass in einem kleinen Park mitten im Ort steht.
De Gaulle war ein paar Mal in diesem Ort und so wurde ihm diese Ehre zuteil.
Auf der weiteren Strecke wurde es dann landschaftlich langsam reizvoll...
... ob man hier wirklich wohnen möchte? Najaaaa...
... es ginge schon...
So eine Landschaft entschädigt dann auch für Regen, Kälte und Wind.
Die Leser, die Irland nicht kennen, stellen sich wahrscheinlich diese Landschaft vor, wenn sie an Irland denken...
My little red car in green Ireland...
Irgendwann packte mich dann der kleine Hunger... aber da ich den Neo-Nazi-Sympathisanten Müller (Der Spiegel Nr.43/1989, 23.10.1989, S.75) nicht unterstütze, kaufte ich mir dann in Waterville nicht eines seiner Produkte, sondern ließ mich von der örtlichen Küche verführen...
Waterville, so könnte man meinen, hat ein großes Schwarz-Weiß-Kino... wieso komme ich darauf... auf der Strandpromenade steht nämlich dieser freundliche Herr...
(für Kulturmuffel, das ist Charles Spencer Chaplin jr.)
Waterville hat kein Kino, dafür aber eine wunderbare Aussicht auf die Bucht...
In Portmagee verbindet eine Brücke Irland mit einer größeren vorgelagerten Insel, auf der u.a. eine Stadt namens Knightstown liegt.
Nein, das ist nicht die Stadt, diese ehemalige Mine befindet sich im Süden der Insel, Knightstown befindet sich jedoch im Norden...
Um von dieser Insel wieder auf das "irische Festland" zu kommen, kann man in Knightstown entweder die Fähre nehmen oder man fährt wieder nach Portmagee zurück, um dort wieder die Brücke zu passieren.
Bedauerlicherweise hatte der Regen an dem Tag die Reise im Griff, aber es hatte auch einen gewissen, wenn auch ungemütlichen und feuchten Reiz. Nebenbei bemerkt, Irland ist kein Land für Cabrios, die Iren, die hier so ein Ding fahren, machen es ausschliesslich aus Imagegründen, eine andere Erklärung fällt mir beim besten Willen nicht ein.
Obwohl schon fast wieder am nördlichen Ende des Ring of Kerrys, habe ich dann in Killorglin eine Übernachtungsmöglichkeit angesteuert, da die Fahrt bei Regen nicht nur aufregend, sondern auch anstrengend wird, vor allem, wenn man auch noch auf verkappte Tour de France-Teilnehmer und Schafe (nicht miteinander zu verwechseln) achten muss.
Von dieser Stadt ist es dann nicht mehr weit zum Ausgangspunkt Killarney.
Fazit: Ich werde den Ring of Kerry nochmals abfahren, diesmal wahrscheinlich vom Norden aus und dann bei besserem Wetter, denn es lohnt sich.


