Die Anreise

Irland, das ist kein Geheimnis, gilt als grüne Insel. Wie kann es zu dem satten Grün kommen? Richtig, durch Regen! Der geneigte Leser kann sich als denken, wie ich wettermäßig am Flughafen von Cork empfangen worden bin; der Himmel war dunkelgrau und es regnete in einer Tour. "Typisch", dachte ich mir und hoffte nur, dass das nicht das ganze Jahr über so sein würde. Nachdem ich mein Gepäck eingesammelt hatte, stellte ich mich vor dem Flughafen, der kleiner ist als der von Münster-Osnabrück, auf und nahm die ganze Szenerie erstmal in mich auch... Ich war schließlich in Irland angekommen...

Da das irische Bussystem vollkommen anders ist als alles, was ich bislang in dieser Beziehung kennengelernt hatte, verzichtete ich gleich auf dieses Experiment. Die Bus"fahrpläne" sagen einem zwar, wann ein Bus fahren soll, aber eine Übersicht der Haltestellen sucht man vergebens... wenn ich also die Linie 2 nehmen sollte, das zumindest hatte ich zuvor im Internet gelesen, dann hätte ich nicht gewusst, wo ich hätte aussteigen sollen! Na toll! Dann lieber gleich ein Taxi nehmen. Der Taxifahrer musste mir natürlich, kaum dass er wusste, dass ich aus Deutschland bin, seine Erfahrungen mit Deutschland mitteilen... zwei Bier-Nationen kommen ins Gespräch...
Die Geschichte Irlands muss übrigens neu geschrieben werden, denn die Deutschen und die Iren haben gemeinsam, dass sie keinen überflüssigen Schritt zu Fuß gehen... nein, niemals! So stand ich im Taxi mehr im Stau als dass wir fuhren. Cork ist eigentlich eine übersichtliche Stadt, was jedoch den Verkehr angeht, so kann sie sich durchaus mit Berlin, Paris oder New York messen! Irgendwann waren wir dann doch am Ziel... und das für "nur" 20 Euro.
Was war meine Motivation, die Koffer zu packen, meinen kompletten Hausstand in meinem Elternhaus einzulagern, die Freundin, Freunde und Familie zurückzulassen?
Ganz einfach, ich hatte keine Lust, weiterhin Arbeitslosengeld zu kassieren. Da viele Deutsche ja immer noch glauben, der Job müsse zu ihnen kommen und sie nicht den Jobs hinterher ziehen wollen, wanderte ich eben aus, um im Ausland eine Tätigkeit aufzunehmen. Den deutschen Arbeitsmarkt hatte ich zu dem Zeitpunkt schon längst abgehakt. Glücklich ist der, der einen Bundeswehr-Soldaten oder Bundesbeamten als Vater hat! Da ist man Umzüge einfach gewohnt.
Werbung