Ein Besuch in... Blarney

Veröffentlicht auf von Oliver

Warum war der Typ, so vielleicht die berechtigte Frage, noch nicht bei Blarney Castle (ca. 8 Kilometer nord-östlich von Cork gelegen), wenn er schon in Cork lebt und arbeitet?!

Gute Frage... denn Blarney Castle ist ein echtes Erlebnis! 


Die ursprüngliche Holzburg an diesem Ort wurde im 10. Jahrhundert erbaut, jedoch 1210 durch einen Steinbau ersetzt. Nach der Zerstörung ließ der König von Munster, Dermot McCarthy, sie als Familiensitz wiederherstellen. Von diesem Bau blieb der Bergfried erhalten.

Oliver Cromwells Truppen nahmen die Burg 1646 mittels Kanonen ein, mussten jedoch feststellen, dass die Bewohner durch drei lange Tunnel mitsamt allen wertvollen Gegenständen geflüchtet waren. Fünfzehn Jahre später, als Karl II. den Thron Englands bestieg, nahm die Familie McCarthy die Burg wieder in Besitz.

1690 wurden alle irischen Adligen enteignet und entmachtet. Die McCarthys wurden gezwungen, Blarney Castle zu verlassen. 1703 erwarb der Gouverneur von Cork, Sir James Jefferyes, das Anwesen. 

Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Blarney_Castle&oldid=62403641 



Die Burg wird von einem wunderschönen Park umgeben und geschickterweise kann man die Burg erst sehen, wenn man in dem weitläufigen Park ist! Ein drop-out-of-the-car-and-make-a-picture ist daher unmöglich! Aber das wäre auch ein grosser Fehler! Wer möchte nicht mal auf den Pfaden von Oliver Hardy oder Sir Winston Churchill wandeln...



Die Burg liegt direkt am River Martin auf einem Hügelmassiv (Berg ist definitiv gehetzt!) und der Bergfried ragt steil in den Himmel... Am Fuß des Hügels kann man auch eine Höhle betreten, allerdings nur, wenn man nicht all zu lang ist und keine nassen Füsse fürchten muss, da das Wasser permanent von den Decken und den Wenden tropft und sich auf dem Boden in tiefen Pfützen sammelt.

 

Wie bei jedem älteren Gemäuer kann man gut die Spuren der Veränderungen und deren Epochen erkennen, damit meine ich hier nicht die Kamera, die in dem Turm vorne zu erkennen ist, sondern vielmehr dessen "Krone" aus modernen Ziegelsteinen.



Wenn man erstmal in der Burganlage ist, die man durch ein massives Gittertor betritt, kommt man an einem Andenken-Kiosk vorbei, bevor man den Burgfried betreten kann. Gleich nach dem Eingangstor wird man daran erinnert, sollte man es vielleicht schon vergessen haben, dass die Burg nicht nur ein Wohnort war, sondern auch eine Verteidigungsanlage. Direkt über einem schaut man in ein Loch in der relativ niedrigen Decke. Im Verteidigungsfalle wurden aus dem ersten Stock siedendes Wasser, Öl und andere Nettigkeiten auf die Angreifer verteilt. Die Eingangshalle ist mittlerweile sehr hoch, die hölzerne Zwischendecke fehlt, deswegen darf es einen nicht verwundern, wenn ein Kamin auf halber Höhe mitten in der Wand zu sehen ist.



Aus defensiven Gründen waren Gänge verwinkelt und Wendeltreppen verdammt eng. Wer in diesem Kasten hoch hinaus will, muss eine gute Kondition und ein gesundes Augenmaß haben, denn ohne letzteres garantiere ich Kopfschmerzen! Max Headroom läßt grüssen...

Man wird anhand von Schildern durch die Burg geführt, steht in den Räumen der ehemaligen Bewohner, der Küche und schraubt sich so langsam über eine enge und sehr steile Wendeltreppe nach oben, eine Hand an der Burgmauer, die andere am Seil, das als Geländer fungiert.

Es mutet merkwürdig an, wenn man in einem hohen Raum ohne Dach steht, der offensichtlich mal 3. Etagen war und ganz oben von einen Rundweg umgeben ist.

Wenn man diesen Wehrgang endlich erklommen und neben der wahnsinnig schönen Aussicht auch ein Blick durch die "murder holes" direkt nach unten geworfen hat, sieht man auch die Berühmtheit der Burg; den "Stein der Sprachgewandtheit". Man soll diese angeblich bekommen, sobald man ihn auf dem Rücken über einem "murder hole" liegend geküsst hat. Ein freundlicher älterer Herr hilft einem dabei und das Ganze wird von einer Kamera festgehalten. Die Fotos kann man dann wie in einem Freizeitpark unten am besagten Kiosk sehen und für 10 Euro kaufen... oder man hat jemanden, der für einen das Foto mit der eigenen Digitalkamera macht.

 

Man kann sehen, dass auch seriös wirkende Menschen diesen Stein küssen... ich bin nicht sicher, ob diese Herren nicht eventuell dem irischen Parlament angehören... 

Der weitläufige Park ist wunderschön, bietet neben einem Farnwald auch kleine Wasserfälle, viele Pflanzen aller Art, die Küche einer Hexe, einen Pferdefriedhof usw usw...

Kurz, wer in Cork ist, aber kein Auto hat und eine Burgruine sehen will, der sollte Blarney unbedingt mal besuchen! 
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Veröffentlicht in Ausflüge

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